het is lente voor iedereen!

26.3.2016

ich habe mir lange überlegt, was man nach so furchtbaren ereignissen am besten schreibt. ich bin zu dem schluss gekommen, dass schon genug darüber gesagt und geschrieben wurde.

hier auf dem bauernhof habe ich das gefühl, in einer anderen welt zu leben. in einer welt in der solche grausamen taten nicht möglich sind.
wenn die sonne morgens durch die baumwipfel scheint und die hühner und gänse mich durch ihr geschnatter wecken. wenn das zimmer nach frischer kresse riecht und die katze vor der türe wartet. wenn ich in den hof laufe und die tiere rufen höre, wenn die hunde sich freuen mich zu sehen.
dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das die selbe welt sein soll, in der menschen dazu fähig sind sich gegenseitig soviel leid zuzufügen. ich spreche hier nicht nur von brüssel oder paris, ich spreche von der ganzen welt.
der mensch bezeichnet sich selbst als das intelligenteste geschöpf auf dieser erde und doch sind wir die einzigen "tiere" die dumm genug sind uns selbst zu vernichten.

hier auf dem bauernhof ist es frühling.
anfang februar wurden schon die ersten tierbabys geboren, ziegenlämmer. zwei von ihnen werden von uns mit der flasche aufgezogen, da ihre mutter unsere milchziege ist. es ist unglaublich wie niedlich und tollpatschig sie zu beginn sind und wie schnell sie dann immer wilder und frecher werden!
ich habe gelernt zu melken und bin jetzt einmal in der woche dafür und für die kleinen zuständig.

auch einige unserer schafe haben schon gelämmert, aber leider haben es nicht alle lämmchen überlebt.

seit gestern haben wir küken. wir haben erst probiert mit einem brutkasten selbst eier auszubrüten, aber leider hat das nicht funktioniert. deshalb hat der bauer gestern 20 kleine küken gekauft. sie sind so winzig und flauschig!

in ungfähr einer woche hoffen wir dann auf kleine ferkelchen, ich kann es kaum erwarten!

 

18.1.2016

ich habe schon eine ganze weile nichts mehr geschrieben...es hat sich allerdings ganz schön viel ereignet!

über die weihnachtsferien bin ich nach hause zu meiner familie gefahren...es war schön alle meine verwandten und freunde wieder zu sehen!
es gab natürlich viele familienbesuche zu machen, meine schwester und ich haben gemeinsam unsere geburtstage nach-gefeiert, ich war mit meinen eltern auf dem weihnachtsmarkt, mit meiner ehemaligen klasse pizza essen, mit meinen freunden aus und habe bei jedem weihnachtsbesuch zu viel gegessen...die ferien waren also genau so wie immer :)

am 4.1. habe ich mich wieder auf den weg nach dilbeek gemacht, es wurden ein paar tränen vergossen, aber ich freue mich schon auf die besuche im frühling!

hier auf dem neerhof beginnen wir das jahr mit der kerstboomverbranding (funken). wir haben uns ein tolles programm für die kinder ausgedacht, es gab heiße schokolade, glühwein, hamburger und ein kurzes theaterstück bei dem sogar die hunde mitgespielt haben.

letzte woche war der tierarzt bei uns auf dem hof und die tiere müssen es geahnt haben, jedenfalls haben sie sich alle verrückt aufgeführt... otja, die katze, war den ganzen tag nirgends zu sehen, bio, der sonst so ruhige hund, hörte nicht auf zu bellen und markske, der ziegenbock, sprang über das gatter und versuchte zu entwischen (und dass, obwohl der arzt nicht einmal seinetwegen da war ;-) ) zum glück werden solche sachen hier auf dem hof ziemlich gelassen genommen :)

im neuen jahr hatten wir auch schon ein personeelsfeest, bei dem wir erst alle gemeinsam essen gingen und danach schlittschuhlaufen. (fast) alle anderen konnten das sehr gut, haben eishockey gespielt und pirouetten gemacht...ich hab es immerhin geschafft eine runde ohne festhalten und/oder hinfallen zu drehen und das werte ich schon als erfolg ;-)

letzten freitag nach meinem sprachunterricht habe ich mich auf den weg nach oostende ans meer gemacht um eine freundin zu besuchen.
wir waren am strand (es war unglaublich windig!), haben gemeinsam gekocht, viel geredet, wein getrunken und waren später noch in einer bar. auch am nächsten tag waren wir noch am meer bevor ich mich mit dem zug wieder auf den heimweg gemacht habe. es waren zwei schöne tage und ich freue mich schon darauf, bei wärmerem wetter wieder am strand zu sitzen!

zuhause habe ich dann ziemlich schnell bemerkt, dass ich mich stark erkältet hatte. den sonntag habe ich deshalb gemeinsam mit der katze und einem guten buch im bett verbracht um mich ein wenig zu erholen.

mittlerweile ist auch hier in belgien der winter angekommen und in dilbeek haben wir sogar ein bisschen schnee! dieser hat allerdings dazu geführt, dass die wasserleitung gefroren ist und ich hier im caravan kein wasser mehr habe...an war zum glück so nett, mir ein paar flaschen zu füllen und vorbei zu bringen :)

ein neues nest

11.12.15

100 tage.
100 tage lebe ich jetzt hier in dilbeek. wenn ich nach der arbeit gehe, sage ich "nach hause". der caravan ist schließlich mein caravan geworden.

einige haben mich gefragt ob ich wusste, dass ich in einem caravan wohnen werde bevor ich zugesagt habe. es gab tage, an dene ich mir gewünscht hätte, in einem appartment zu wohnen. aber mittlerweile bin ich überzeugt, dass ich es nicht besser hätte treffen können!
da der caravan relativ klein ist wirkt er sehr gemütlich und trotzdem habe ich mehr als genug platz (außer für den ganzen papierkram den ich immer zu sammeln pflege...).

ich muss manchmal improvisieren, aber gehört das nicht dazu zu so einer erfahrung? ich lerne hier, sowohl während der arbeit als auch im caravan, dass man nicht immer alles neu kaufen muss.
mein nachtkästchen ist eine obstkiste die ich vor einem kleine geschäft mitgenommen habe. meine eierbecher habe ich aus klopapierrollen gebastelt und der sichtschutz an meinem fenster ist ein scherenschnitt aus zeitungspapier.

anfangs hat es mich sehr gestört das meine nachbarn, die hühner und gänse, so viel lärm machen, aber mittlerweile höre ich es fast nicht mehr. nur morgens weckt mich noch manchmal einer der hähne. und dann schaue ich auf die uhr, sehe dass es erst 6 uhr ist, drehe mich beruhigt um und schlafe nochmal für 2 stunden. und dank einem projekt hier auf dem neerhof werde ich im sommer auch noch einen wunderschönen garten haben.

am wohlsten fühle ich mich hier im caravan wenn ich mich abends ins bett kuschle, zu den sternenstickern darüber aufschaue und der regen leise auf mein dach trommelt.
ich habe jetzt ein zweites zuhause.

die drei kleinen schweinchen

7.12.15

heute war ein schöner tag. allerdings nicht für die zwei ferkel, die wir noch hatten (eines wurde bereits verkauft), denn pro jahr darf der neerhof zwei seiner schweine schlachten.
die schlachtung wird von einem fleischer auf dem neerhof selbst durchgeführt.

das schwein wird mit hilfe eines seils aus dem stall geholt. auf einem kleine strohbedeckten platz wird es dann mit einem bolzenschuss betäubt und sofort danach ausgeblutet. erst danach wird das zweite schwein geholt.

für mich war das schlimmste, dass die tiere auf dem weg aus dem stall vom fleischer manchmal getreten wurden, um sie in dir richtige richtung zu treiben.
da das tier noch zuckt wenn es ausgeblutet wird mussten sich zwei männer darauf setzten, um es zu fixieren. auch danach zuckt es noch.
ich habe mich gefragt wie lange es wirklich dauert, bis das schwein tot ist...

als nächstes müssen bei schweinen die borsten entfernt werden und normalerweise geschiet dies mit heißem wasser oder wasserdampf.bei uns allerdings wurden sie mit stroh bedeckt, welches dann angezündet wurde. mit einem messer werden die haare sowie die hufe, beine und ohren entfernt.

danach wird das schwein am bauch geöffnet und an den hinterbeinen auf einer art leiter befestigt um es aufrichten zu können. anschießend werden sämtliche innereien entnommen und zum schluss wird es komplett in zwei hälften zerteilt.

was mich sehr beeindruckt hat waren die präzisen schnitte des fleischers vor allem beim ausnehmen. obwohl alles so nah beieinander liegt wird keines der organe beschädigt.

obwohl ich erst ein bisschen nervös war, fand ich es dann wirklich richtig interessant!

 

es geht weiter

seit samstag gilt für brüssel die höchste terrorwarnstufe. der u-bahn-verkehr wurde eingestellt, schulen, bibliotheken, hallenbäder und einkaufszentren blieben die letzten zwei tage geschlossen, auch hier in dilbeek.
von großveranstaltungen wie konzerten wurde abgeraten.
busfahrer weigerten sich zum teil ihre strecken zu fahren und manche unternehmen stellten ihren mitarbeitern frei, zuhause zu bleiben.
überall wurde die polizei- und militärpräsenz erhöht.

heute wurde die u-bahn wieder in betrieb genommen und auch schulen und kindergärten waren wieder geöffnet, allerdings mit erhöhten sicherheitsmaßnamen.

in den zeitungen mögen all diese nachrichten schrecklich erscheinen, doch hier geht es weiter. natürlich sind die menschen ein wenig besorgt, manche versuchen dies mit witzen zu überspielen, anderen steht die sorge schon eher ins gesicht geschrieben.
klar, es ist wichtig, vorsichtig zu sein. doch vor allem ist es auch wichtig nicht zu vorsichtig zu sein, sich nicht durch unnötige sorgen verrückt machen zu lassen (meine spezialität) und die kleinen dinge zu genießen, die das leben schön machen.
um die sorge in den hintergrund zu rücken und ein wenig spaß zu haben schlug mein chef jan am montag vor, alle sollten um 18:00 uhr die fenster öffnen, die boxen nach draußen stellen und so laut es geht "alors on danse" abspielen. und jetzt ratet mal welches lied das radio um 6 spielte :)

und falls ihr in letzter zeit viele beunruhigende dinge über belgien lesen musstet, kann ich euch nur sagen dass es in den österreichischen nachrichten viel schlimmer dargestellt wird als es sich hier wirklich anfühlt!

wenn die wörter fehlen

18.11.2015

ich kann nichts über die anschläge in paris sagen.
weil schon viel zu viel darüber gesagt wurde.

und weil mir die worte fehlen.

molenbeek, eine der gemeinden von brüssel, ist momentan überall in den medien. und von mir nur 15 minuten entfernt.
wovor sich lange viele menschen gefürchtet haben, ist nun mitten in europa angekommen.


ich hoffe, dass wir unsere lebensweise so verteidigen können, dass wir uns niemals dafür schämen müssen. wenn ich sage, wir müssen dafür kämpfen dann denke ich dabei keinesfalls an waffen, gewalt und hass. denn davon gibt es auf diesem planeten schon viel zu viel.
wenn wir das schreckliche dass momentan an so vielen orten auf der welt geschiet überwinden wollen, dann ist die einzige möglichkeit zusammenhalt.

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i cant say anything about the attacks in paris.
because there has already been said more than enough.

and because i don't have words to express what i feel.

molenbeek is in the news everywhere at the moment. and only 15 minutes away from where i live now.
what the people have been afraid of for quite some time happend now just in the heart of europe.

i hope that we will be able to fight for our mode of living in a way that we will never have to be ashamed of. and when i say fight i'm not talking about weapons, violence and hate. because the world already has more than enough of this.
if we want to overcome all the cruel things that are happening all around the globe at the moment, the only answer can be solidarity.

von vögeln und katzen

27.10.15

"ein leben ohne katzen ist möglich, aber sinnlos"

als ich noch klein war hatten wir eine katze, munzi. ob ich mich selbst an sie erinnern kann weiß ich nicht. aber ich kann mich auf jeden fall an erzählungen über sie und fotos von ihr erinnern. wir haben spielzeug für sie gebastelt, mit korken. sie durfte auf meinem kinderstuhl sitzten und sie hat uns des öfteren die arme zerkratzt.
und dann war sie plötzlich weg.
es war an einem sonnigen morgen, ich war vier oder so. der postbote klingelte und er hielt ein packet für uns in der hand. aber es war gar kein packet dass jemand uns geschickt hatte sondern es war eine schachtel mit der überfahrenen munzi.
ich weiß nicht, ob diese erinnerungen so stimmen, aber so kommt es mir jetzt vor.

danach hatten wir länger keine katze mehr, aber ich habe mir immer eine gewünscht. wir sind umgezogen und ich wurde älter und wollte immer noch eine katze.
und dann kam am tag meiner firmung der kleine leo zur welt. wir kamen zu spät ins restaurant, weil wir doch erst bei der geburt dabei sein mussten!
ein paar monate später kam leo dann zu uns und ich hatte endlich wieder eine katze!

leo ist kein schmusekätzchen, aber ich würde ihn für keine andere katze der welt eintauschen!
leo ist ein kleiner lauser und war zwischenzeitlich schon mal für 3 wochen unauffindbar...zum glück haben wir ihn schlussendlich doch wieder bekommen!
leo ist launisch und brauchte ein paar wochen bevor er mir verzeihen konnte, dass ich drei monate lang im ausland war.leo kratzt und beißt und verdirbt sich so einige freunde. weil er mich gebissen hat war ich schon 5 tage im krankenstand aber wenn ich dann sehe, wie er auf meinem bett liegt, ganz flauschig und schnurrend, dann kann ich ihm beim besten willen nicht böse sein!!!

vor ein paar jahren, ich weiß gar nicht vor wie vielen, hatten wir dann plötzlich noch eine katze: zingaro. (ich weiß, eigentlich sind es kater...)
zingaro ist uns zugelaufen, wir haben inseriert, aber niemand wollte ihn haben. und wir wollten ihn nicht mehr hergeben!!!
zingaro ist die schmusekatze, die wir uns alle gewünscht hatten. endlich war da jemand, der uns die kalten beine beim fernsehschauen wärmt...naja, eigentlich stimmt das so nicht ganz, denn am liebsten wärmt er immer noch die von mama....

ich habe nun schon länger mit katzen unter einem dach gewohnt und war deshalb wirklich froh, als ich hörte, dass es auch hier auf dem bauernhof eine gibt!
otja sieht aus wie zingaro (bis auf ein paar weiße haare am hals) und benimmt sich zum glück auch so. es gibt nichts schöneres als abends alleine im caravan zu sitzen und plötzlich miaut es vor der türe und dann hat man ein schnurrendes kätzchen auf dem schoß!

es gibt ja dieses gerücht, dass man entweder ein hunde- oder ein katzenmensch sei. und ich mag hunde, wirklich! aber ein hund kommt, weil man ihm gerufen hat, weil man ihn darauf trainiert hat. eine katze kommt, wenn es ihr gefällt. und das ist das schönste, wenn sie plötzlich auftauchen und man nicht damit gerechnet hat. und sie nicht mehr aufhören wollen zu schnurren.

wenn du am himmel die sonne nicht siehst, dann schau auf den boden, vielleicht findest du was anderes schönes

24.10.15

ich habe schon länger nichts mehr geschrieben, aber natürlich ist trotzdem eine menge passiert!!

ich war mit zwei freundinnen zum ersten mal in brüssel aus.
nur soviel dazu: es scheint in brüssel nicht einfach zu sein, eine bar zu finden in der nicht fußball läuft. es ist allerdings nicht so schwer, in einem club ein paar stunden zu schlafen. der weg nach hause kann dann aber statt der üblichen 20 minuten auch mal 3 stunden dauern.

ich war endlich wieder schwimmen. im hallenbad versteht sich...
auch das ist hier nicht ganz so einfach wie gedacht. erst muss man das hallenbad im 3. stock eines alten gebäudes mal finden und dann sollte man sich gut merken, welche nummer die eigene kabine hat! die kleidung wird hier nämlich eingeschlossen, den schlüssel haben die angestellten. man sollte auch eine bademütze haben. und man sollte zum schwimmen nicht viel platz brauchen. es gibt nur ein becken und die hälfte davon ist für schulklassen reserviert. man sollte dann beim verlassen des schwimmbereiches die kabinen-nummer auf französisch rufen können, damit irgendwo ein mitarbeiter auftaucht und die kabine aufsperrt.

ich habe gemeinsam mit dem neerhofteam 3 teamtage in orval verbracht.
la ferme du bois le comte wo wir übernachtet haben, hat einen beeindruckenden permakulturgarten und ist riesengroß. die meisten mitarbeiter sind wwoofer und bleiben nur für eine relativ kurze zeit.
eine frau die unglaublich viel über pflanzen weiß hat eine kräuterwanderung mit uns gemacht.
wir haben viel über die vergangenheit und vor allem die zukunft des neerhofs gesprochen, was für mich nicht so einfach war. momentan plant jeder mitarbeiter ein eigenes permakultur-projekt. ich bin schon sehr gespannt, wie sich das entwickelt!

ich war mit renate, meiner mentorin, auf einer "afterwork party".
renate kam mich am freitag nach der arbeit abholen und wir sind zuerst zu ihr gefahren. ihre tochter hat mir ein buch ausgeliehen, damit ich mal auf niederländisch lese. ich bin schon gespannt, wie viel ich verstehen werde! wir waren zum abendessen bei ihren schwiegereltern eingeladen, es war sehr gut!! hier werden pommes noch selbst gemacht, nicht tiefgekühlt gekauft...
renates mann und auch sein vater sprechen sehr gut deutsch und die ganze familie fährt einmal im jahr nach österreich zum schifahren :)
nach dem essen gingen renate und ich gemeinsam mit ihrer schwägerin auf die party. der dj war leider nicht sehr gut, aber wir hatten trotzdem viel spaß!!!


heute morgen hat renate mich wieder auf den neerhof gebracht und war gleich auf der post mein neues buch abholen! ich habe mir "humans of new york stories" gekauft und als ich es endlich in den händen hatte konnte ich natürlich nicht wiederstehen und habe den nachmittag gemütlich mit tee und dem buch im bett verbracht.

428 seiten voller toller fotos, bewegender und glücklicher erinnerungen, voller lebensweisheiten und kleinen dummheiten.
428 seiten voller menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem so viel gemeinsam haben.
428 seiten voller kunst.
was brandon stanton hier macht ist wirklich unglaublich, wichtig und inspirierend. ich kann nur jedem empfehlen, seinen blog zu lesen!
wenn wir alle so gut zuhören könnten ohne den anderen zu verurteilen wie er, wäre die welt ein kleines bisschen besser!

 

alleinflug

dies ist genau eines von vielen dingen die ich hier in belgien lernen wollte: alleine sein. und um ehrlich zu sein fällt es mir bis jetzt ziemlich schwer.

normalerweise ist es kein problem, weil ich den ganzen tag mit vielen unglaublich netten menschen zusammenarbeite und dann macht es mir nichts aus abends alleine zu sein. auch an den wochenenden war es bis jetzt einfach: das erste wochenende war ich so müde, dass ich hauptsächlich geschlafen und gelesen habe. die darauf folgenden wochenenden war ich dann entweder mit vielen anderen freiwilligen auf dem on arrival training oder zusammen mit ann und jan vom neerhof in gent. letztes wochenende hab ich es dann wirklich genossen einmal zeit zu haben! ich war auf dem flohmarkt in brüssel, habe gelesen und endlich mal den caravan wohnlicher gemacht.

doch heute ist es anders. heute spüre ich, wie schwierig es ist, neu und ohne freunde oder bekannte zu sein.

zuhause bin ich selten allein...meine zimmertüre ist immer offen, ich höre wenn papa unten musik hört, rieche wenn mama kocht und weiß, dass theresa im zimmer nebenan ist. und wenn niemand da ist, sind immer noch die katzen da.

heute war jaarmarkt in dilbeek und ich wäre so gern auf das konzert danach gegangen. aber ich hatte niemand der mitkommen möchte und ich bin noch nicht so weit, alleine zu gehen...und wenn ich dann so alleine zuhause sitzte, dann gibt es nur einen weg, mich wieder besser zu fühlen: kerzen anzünden, warmen tee trinken, gute musik hören und einen papercut machen!

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it's exactly one of the things i wanted to learn here in belgium: to be alone. and to be honest it's quite hard for me at the moment.

usually it's not a problem because i'm working with very nice people all day long and then i enjoy to be on my own in the evenings. even on the weekends it wasn't really hard yet: i was very tired on my first weekend here, so i decided to spend it reading and sleeping. the following two i was in dilbeek for the on arrival training or in ghent for the efcf. i was really happy then to get some time on my own last weekend. i went to the fleamarket in brussels. i read a lot and finally found the time to make the caravan a bit more my home.

but today it's different.  today i feel how difficult it is to be new and without friends.

at home i'm not alone very often...most of the time i leave the door to my room open. i hear it when dad listens to music downstairs, i smell it when mum is cooking and i know that theresa is just behind the next door. and if nobody's home than there are still the cats.

today was jaarmarkt in dilbeek and i really wanted to go to the concert afterwards but nobody wanted to come with me and i'm just not ready to do such things on my own yet.
and if i sit at home then, feeling lonely, there's only one thing that will make me feel good again: lighting some candels, listening to some good music, drinking some tea and making a papercut!

arbeitstiere

29.9.15

die arbeit auf dem hof ist anstrengend.
man muss viel schwer tragen. in vielen ställen riecht es nicht gut. man stößt sich, man schneidet sich irgendwo. man hat blaue flecken und aufschürfungen und keine ahnung, wo die herkommen. man wird dauernd dreckig und nass.
die tiere versuchen auszubüchsen, die kinder hören nicht.
die sonne scheint, man schwitzt. es regnet und man ist vollkommen durchnässt, trotz regenjacke und gummistiefeln.

die arbeit auf dem hof ist großartig.
man füttert und mistet die tiere jeden tag und merkt mit der zeit wie sie sich an einen gewöhnen. man ist an der frischen luft. man jätet unkraut und kann die ganzen pflanzen wieder sehen. man sieht wie die kinder begeistert sind von den tieren.
das tollste aber ist den ganzen tag lang auf händen und knien zu sitzen und zu ernten. und dann sieht man was man geschafft hat. man hält etwas in der hand. etwas, dass gesät wurde, viel zeit zum wachsen brauchte, mehrere male vom unkraut befreit werden musste und dann geerntet wurde. man hält etwas in der hand, man sieht es und man kann es doch nicht glauben!

auf dem foto sitzte ich im dreck, meine hände sind schmutzig, ich habe sie mir an stachligen pflanzen aufgeschnitten. ich habe sand in den stiefeln. ich trage kein make-up und keine schönen kleider. meine haare machen, was sie wollen.
und ich könnte nicht glücklicher sein!

 

papa, die überschrift ist für dich ;-)

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the work on the farm ist exhausting.
you have to lift heavy things. it doesn't smell good in many of the stables. you strike against something, you cut yourself somehow. you get bruises and abraisons and you have no clue where they come from. you get dirty and wet all the time.
the animals try to escape, the kids don't want to listen.
the sun shines and you sweat. it rains and you're soaked, although you wear boots and a raincoat.

the work on the farm is magnificent.
you feed the animals and clear out their stables and after some time you can feel how they get used to you. you breath fresh air all day long. you weed and suddenly you can see the other plants again. you see how the kids love the animals.
but the best part is to be on sitting in the mud all day long harvesting. and then you can see the outcome. you hold something in your hand. something that had to be seeded, that took a long time to grow and then it was harvested. you hold something in your hand and you can't belive how beautiful that is!

i'm sitting in the mud on the photo. my hands are dirty, i cut them on some leaves. there is sand in my boots. i don't wear make-up or fancy clothes. my hair does what it wants.
and i couldn't be happier!

gent

27.9.2015

in den nur zwei tagen die ich nach meiner ankunft auf dem hof verbrachte, hatte ich zum ersten mal die möglichkeit, beim besuch einer schulklasse mitzuhelfen. es ist toll zu sehen wieviel spaß es den kindern macht in der natur und mit tieren zu arbeiten!
ich glaube es ist unglaublich wichtig für die kinder selbst aber auch für die zukunft auf diesem planeten, dass kindern die möglichkeit gegeben wird richtig mit der natur in kontakt zu kommen und zu sehen welche arbeiten auf einem bauernhof nötig sind.
solche orte werden "city farms" genannt.

ich durfte dieses wochenende bei einer konferenz der "european federation of city farms" (http://www.cityfarms.org/) teilnehmen. ich hatte die chance so viele interessante und engagierte menschen von überall aus europa kennenzulernen! diese menschen stecken unglaublich viel arbeit in verschiedene projekte, die jedem uneingeschränkt die möglichkeit gegeben wird, pflanzen und tiere besser kennen zu lernen und einfach zeit in der natur zu verbringen.
während diesem wochenende haben wir gemeinsam die unterschiedlichsten projekte besucht, von bauernhöfen bis zu großen urban gardens mitten in der stadt, insekten- & pilzzüchter und "abc". viele ideen haben mich sehr beeindruckt, aber hier möchte ich euch gerne die zwei interessantesten vorstellen:

permafungi (http://www.permafungi.be/index.php?lang=en)
permafungi ist eine winzige firma, die in brüssel in einem keller pilze (seitlinge) züchtet. das projekt soll einen beitrag zur blue economie (weiterentwicklung der green economie) in brüssel leisten.
die pilze ernähren sich von einer mischung aus kaffesatz (abfall aus einem bio-restaurant) und stroh und werden später an restaurants oder auf dem markt verkauft. für die transportdienste wird ein lastenrad verwendet. da für permafungi auch der soziale aspekt wichtig ist, werden menschen aus schwierigen verhältnissen ausgebildet.
permafungi bietet auch workshops und kits an, damit jeder die möglichkeit hat, selbst das pilzzüchten zu lernen.
es gibt weltweit und auch in belgien (http://lechampignondebruxelles.be/) mehrere firmen mit einem ähnlichen konzept, so kann als nahrung zum beispiel auch holz verwendet werden oder es wird versucht, aus dem myzel ein ersatz für styropor herzustellen.
mich haben die ideen, die hinter dieser firma stehen unglaublich beeindruckt und ich freue mich schon darauf mit meinem kit selbst pilze zu züchten!

abc - art basics for children (http://www.abc-web.be/en/home)art basics for children ist eine non-profit-organisation die vor allem kindern die möglichkeit gibt, ihre kreativität so auszuleben, wie sie möchten. es gibt eine riesige sammlung von büchern zu den unterschiedlichsten themen und in den verschiedensten sprachen, ein theater/kino, einen garten, eine küche, viele spielsachen zu entdecken und überall die möglichkeit, sich hinzusetzten und selbst etwas zu gestalten.
für mich ist dies ein unglaublicher ort, ich könnte dort jeden tag viele viele stunden verbringen!!!

neben all diesen besuchen bei den unterschiedlichsten organisationen (auch auf dem neerhof), haben wir unter anderem gemeinsam gerichte aus den verschieden ländern gekocht, waren in einem vegetarischen restaurant und auf einem bauernhof mitten in brüssel essen und haben den 25-jährigen geburtstag des efcf gefeiert.
es war ein ereignissreiches wochenende und ich hoffe, dass ich die gelegenheit haben werde, einladungen zu verschieden bauernhöfen anzunehmen!

p.s.: es hat mich übrigens schockiert, dass österreich kein mitglied des efcf ist!! wo sind unsere city farms?!

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during the only two days i spent on the neerhof after coming back from the on arrival training, i had the chance to work together with a schoolclass visiting the neerhof for the first time. it was amazing to see how much the kids enjoy to work with nature and the animals!
i belive that it's very important for the children themselfs but also for the future of this planet to get kids into contact with nature and farm-life. places where this is possible are called "city farms".

this weekend i had the chance to go to a conference of the "european federation of city farms" (http://www.cityfarms.org/). i met so many inspiring and dedicated people from all over europe! these people put a lot of efford into different projects to give everyone the chance to learn about animals and plants and to just spend some time in nature.
here i would like to share two of the most inspiring projects we visited during this weekend:

permafungi (http://www.permafungi.be/index.php?lang=en)
the people of the very small project permafungi grow mushrooms in a basement in brussels. the aim of it is to contribute to the concept of blue economy in brussels.
the mushrooms grow on a mix of coffee grounds and straw and are later sold to restaurants and on markets. for the transportation they use a bicycle and they try to provide jobs for people with difficulties in different areas.
permafungi also offers workshops and kits to teach everyone how to grow their own mushrooms.
there are more companies like permafungi around the globe and also in belgium (http://lechampignondebruxelles.be/). some of them use woood instead of coffe grounds, others even try to use the mycelium instead of styrofoam.
i was really impressed by the ideas of this project and i'm looking forward to grwoing my own mushrooms with the kit!

abc - art basics for children (http://www.abc-web.be/en/home)
art basics for children is a non profit organisation which is trying to get children in touch with beeing creative. there is a huge collection of books in different languages, a cinema/theater, a garden, a kitchen, many many toys and everywhere the possibility to create something.
this is an amazing place and i could spend hours and hours there every day!

besides all these visites we did during this weekend we also cooked meals from the different countries together and celebrated the 25th aniversary of the efcf.
i really hope that i will find the time to visite the farms i got invitations from!

p.s.: i find it kind of shocking that austria is not a part of the efcf...

der vogelschwarm

22.9.2015

vergangenes wochenende versammelten sich 40 junge freiwillige in dem kleinen dilbeek um sich und die andere kultur ein bisschen kennen zu lernen. wir teilten unsere erwartungen, ideen und ängste und hatten gemeinsam eine menge spaß, sei es bei den unterschiedlichsten spielen, beim autostoppen ins "zentrum" von dilbeek oder beim lernen eines alten, russischen tanzes.
ich hoffe, dass ich ein paar neue freunde gefunden habe und dass es noch viele möglichkeiten geben wird sich wieder zu sehen!

ein teil unseres programms war es auch, genauer sagen zu können was genau wir in diesem jahr vor allem lernen möchten. zur inspiration gab es kärtchen mit kurzen texten von ehemaligen freiwilligen, bilder um gefühlszustände zu beschreiben und auch plakate mit fragen. eine dieser frage war "do you turn your ideas into action?"
ich habe mich sofort angesprochen gefühlt...

ich habe viele ideen was ich machen möchte. ich habe ganze ordner voller inspirierender bilder und texte. ich möchte viel lernen, viel sehen und viel machen.
ich möchte regelmäßig schwimmen gehen.
ich möchte zeichnen, schreiben und papercuts machen.
ich möchte sprachen lernen.
ich möchte mehrere interessante themen in meinem notizbuch genauer beschreiben.
ich möchte meinen wohnwagen verschönern.
und natürlich möchte ich so viel wie möglich von meiner umgebung sehen, ich möchte etwas erleben, ausgehen und menschen treffen.
doch irgendwie kommt mir immer etwas alltägliches dazwischen...

darum hab ich mir gestern abend viel zeit genommen um diesen satz schön in mein notizbuch zu schreiben. er soll mich daran erinnern wie kostbar zeit ist und dass manche ideen in meinem kopf wieder verloren gehen werden. dass es nicht immer darauf ankommt, ob etwas wirklich gut geworden ist. am ende des tages zählt für einen selber nur, dass man etwas gemacht hat und er nicht tatenlos an einem vorbeigezogen ist.

das ist eines meiner größsten ziele für dieses jahr: ich möchte meine faulheit überwinden und etwas machen, etwas sehen, etwas erleben.

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last weekend 40 young volunteers from all over europe met in a small town called dilbeek to get to know each other and the different cultures. we shared our expections, ideas and fears had a lot of fun. we played a lot of different games, hichhiked to dilbeek "center" and learnd an old russian dance. i hope that i made some new friends and that there will be many oportunities to meet again in different cities all over belgium!

part of our program was also to find out what exactly each of us would want to learn during this year. there were different things to inspire us, quotes from former evs-volunteers, pictures to describe our feelings and also posters with questions on them. one of these questions was "do you turn your ideas into action?

i have lots of ideas. i want to learn a lot, to see a lot and to do a lot.
i want to go swimming regularly.
i want to draw, write and do papercuts.
ich want to learn languages.
i want to write more about so many interesting topics in my notebook.
i want to decorate my caravan.
and of course i want to see as much as possible from belgium, i want to experiece a lot and to go out to meet friends.
but somehow it seems that there are always ordinary things getting inbetween my ideas and my actions...

so this is why i took some time yesterday to write this important quote in my notebook. it reminds me that time is one of the most valuable things we have in live and that some ideas i have now might be gone in a few days. that at the end of the day it doesn't matter if what you made is perfect. it's just important for yourself to feel you lived this day and didn't just let it pass by.

this is my biggest goal for the next year: i want to conquer my laziness to see a lot, meet a lot of people and do a lot.

reiche ernte

14.9.2015

der erste monat ist zwar nicht annähernd so schwer wie ich mir das vorgestellt habe, anstrengend ist er aber auf alle fälle!
vergangenes wochenende feierten wir mit vielen besuchern den 40. geburtstag des neerhof! obwohl es uns allen viel spaß machte, war es auch viel arbeit. samstag vormittag wurde geerntet, nachmittags gekocht und abends konnten dann alle das ausgezeichnete essen vom buffet genießen. ein dj legte auf und es wurde bis spät in die nacht gefeiert.
am nächsten vormittag wurde dann alles für die kinder-disco umgebaut. die kinder wurden geschminkt und konnten sich mit selbstgebastelten tierohren und pferden aus kartons verkleiden.
nach dem wir aufgeräumt hatten, fiel ich abends todmüde aber sehr glücklich ins bett. es war ein tolles wochenende!

die ernte aus dem garten: zucchini, kohl, rote beete, trauben und jede menge kräuter

die ersten flugversuche

10.9.2015

meine erste woche hier verging "wie im flug" und hatte in mancher hinsicht so gar nicht die wirkung, die ich geplant hatte.
natürlich, ich kenne jetzt die menschen, die hier arbeiten. ich habe einen groben überblick darüber, was normalerweise so jeden tag erledigt werden muss.
aber der plan war, dass der anfang so schwer wie möglich sein sollte. ich wollte gleich zu beginn ordentlich geschockt werden, in meiner ersten zeit im "erwachsenenleben". und dann nach einer eingewöhnungszeit erleichtert feststellen, dass es so schwer doch gar nicht ist. 
deshalb auch ein neues land, eine neue sprache, zum ersten mal alleine wohnen und dass alles auf einmal. um "das schlimmste" gleich zu beginn überstanden zu haben.

aber so läuft es hier nicht. ich habe mich gefasst gemacht auf extremes heimweh, durchwachte nächte und die sorge darüber, wie schön es doch zu hause wäre.
zu meiner überraschung ist nichts davon eingetreten.

natürlich, ich vermisse meine familie.
ich vermisse es, in der nacht aufzustehen um meinen kater zu füttern.
ich vermisse es, morgens gemeinsam mit meiner mama zu frühstücken.
ich vermisse es, mit meiner schwester streiten und lachen zu können.
ich vermisse es, dass ich bei einer geschichte meines papas am ende den anfang schon nicht mehr weiß, weil sie so lange und verzweigt war.
ich vermisse es, am nachmittag mit allen zusammen kaffee zu trinken.
ich vermisse es, abends darüber zu diskutieren, welche musik laufen soll.
ich vermisse es, mit meiner mama tee zu trinken und in zeitungen zu blättern.
ich vermisse es, dass abends jemand an mein bett kommt und mir eine gute nacht wünscht.
ich vermisse das alles und noch so viel mehr! aber es ist kein schlechtes gefühl. ich habe keine schlaflosen nächte deswegen, sondern es ist eher so eine vorfreude. weil ich weiß, dass alles zuhause auf mich wartet.

wenn man sich selbst ins kalte wasser wirft oder: wie man erwachsen wird

6.9.2015

ich sitze in einem kleinen blauen caravan auf einem bauernhof in der nähe von brüssel. dass ich jetzt wirklich hier bin, habe ich noch nicht wirklich realisiert...


die idee, nach der schule ins ausland zu gehen hatte ich schon länger. der typische schüler-traum eben: die welt sehen, neue menschen kennen lernen und so weiter. das praktikum, dass ich mit 17 in irland absolvierte verstärkte diesen wunsch widererwartend sogar noch.
als die matura dann näher kam und ich immer noch keine idee hatte, was ich "mit meinem leben anfangen" sollte, dachte ich zum ersten mal ernsthaft darüber nach, diesen traum in die wirklichkeit umzusetzten. am liebsten hätte ich einfach meinen koffer gepackt und wäre losgegangen, irgendwo in den süden. da dass dann doch ein wenig unsicher ist, von wegen kosten und schlafplatz und so, machte ich mich auf die suche nach einer besseren möglichkeit und fand schließlich den EFD, den Europäischen Freiwilligen Dienst.
man kann mit dem EFD bis zu einem jahr ins ausland gehen, als freiwilliger. kost und logis sind bezahlt, ein kleines taschengeld gibt es noch dazu.

nach unzähligen (unbeantworteten) bewerbungen erhielt ich schließlich die einladung zu einem skype-interview und schon am nächsten tag die zusage für dieses projekt. es sollte also auf einen bauernhof gehen, in belgien, ganz in der nähe von brüssel. mit meiner zusage habe ich mich dann selbst ins kalte wasser geworfen. ich hatte keine ahnung was mich erwartet und irgendwie hat mir das auch gefallen: ich wollte mich testen. testen wie gut ich "alleine" in der großen welt überleben kann.

jetzt sitze ich also hier, in meinem kleinen blauen caravan, der seit fast einer woche mein neues zuhause ist.
zum ersten mal wohne ich wirklich alleine. ich wohne alleine in einem ort, in dem ich die sprache (flämisch) nicht verstehe und in dem ich niemanden kenne.

und ich fühle mich wohl.